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Alexander Höglund|Kristin Wenzel
Bits and pieces of the peripheral Universe

11.09.2020 – 26.09.2020
Eröffnung: 10. September  18:00 – 21:00 Uhr

Öffnungszeiten: Samstags 14:00 – 18:00 Uhr

 

Kristin Wenzel und Alexander Höglund haben sich in Nida, Litauen, in einer Artist-in-Residence kennengelernt, in der sie beide die Anfänge der Corona-Zeit verbracht haben. Der Ausnahmezustand und die gedehnte Zeit veränderten die Wahrnehmung des Ortes und der Begegnungen; die Beschränkung des Bewegungsradius führte dazu, dass Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten oder in anderen Worten das ‚periphere Universum‘
ins Blick- und Hörfeld gerieten.

Im Kleinen Raum für aktuelles Nichts präsentiert Wenzel zwei Sammlungen, die kontinuierlich weiter wachsen: eine Auswahl aus „Cups“ und „Re-Collection“. Bei beiden handelt es sich um Fundstücke: „Cups“ sind Fotografien von Löffel-Spuren in Tassenböden, bei „Re-Collection“ handelt es sich um heruntergefallene Stuckverzierungen von Außenwänden. Sie stellen die Frage nach der Definition künstlerischer Arbeit. Als sie 2010 mit der Arbeit „Cups“ begann, schrieb Wenzel: „Mit dem Löffel in der Tasse rührend haben Menschen unabsichtlich Spuren hinterlassen, haben Zeichnungen hervorgebracht, ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein. Ihre Bedeutung liegt in der Behauptung, Kunst zu sein.“

Sie hat Höglund eingeladen, seine LP „Substance“ auszustellen und abzuspielen, so dass in den Räumen des Projektraumes das Geräusch sich auflösender Kopfschmerztabletten zu hören ist. Die Arbeit sensibilisiert für die feinen Unterschiede, die aufgrund der variierenden Zusammensetzung der Tabletten entstehen, und die sich ebenso in den gezeichneten Kreisformationen am Boden der Tassen und den Fassadenteilmaterialitäten finden lassen.

 

Kristin Wenzel and Alexander Höglund met in Nida, Lithuania, during an artist residency where they both spent the early days of the corona virus pandemic. The state of emergency and the stretched time changed the perception of the place and the encounter. Due to restrictions on travel and everyday movement, little things and trivialities or in other words the ‚peripheral universe‘ came into the field of vision.

At Kleiner Raum für aktuelles Nichts Wenzel is showing two collections that are continuously growing: a selection of Cups and her work Re-Collection, both consisting of found objects. Cups are photographs of spoon traces in the bottoms of cups, while Re-Collection is an archive of fallen down pieces of old architectural stucco ornaments.
They are both questioning the definition of artistic work. When she began her work Cups in 2010, Wenzel wrote: „Stirring with a spoon in a cup, people have unintentionally left traces, have produced drawings without being aware of it. Their significance lies in their claim to be art.“

She has invited Höglund to exhibit and play his LP Substance, so that the sound of dissolving headache tablets can be heard in the exhibition space. The work sensitizes the viewer to the subtle differences that arise from the varying composition of the tablets, which can also be found in the drawn circular formations at the bottom of the cups and the facade parts.

About

2016 begann Michael Disqué mit der Arbeit Archiv für aktuelles Nichts. Das Projekt entstand aus dem Interesse an der Beschäftigung mit dem Nichts – das sich für ihn in einer Ästhetik des Nebensächlichen, des Wertlosen, des Hinterlassenen ausdrückt.
Es handelt sich um eine umfassende, permanent wachsende Sammlung von Fotografien, skulpturalen Objekten und Collagen. Mittlerweile ist ein umfangreiches Archiv entstanden, das Ausdruck seiner Suche nach dem nicht Fassbaren, Verborgenen ist und zugleich Fragen der Aneignung und Umwertung aufwirft, wie sie bei der Verlagerung von Fundstücken in einen Kunstraum automatisch entstehen.
Um diese Fragen gemeinsam zu diskutieren und mit anderen Positionen kurzzuschließen, entstand Anfang 2017 der Kleine Raum für aktuelles Nichts, ein 8qm großer Raum in Berlin-Kreuzberg.
Seit Ende 2019 ist Anna-Lena Wenzel mit dabei. Sie ist Künstlerin und Autorin und fokussiert in ihrer Arbeit auf das Unspektakuläre, was uns täglich umgibt: sei es in ihrer Straßenfundstücksammlung, in ihrem Stadtmagazin 99% Urban oder in ihrem Radiosalon für Alltägliches. Gemeinsam ist ihnen das Interesse an fein-präzisen nicht-lauten Dingen, an nahbaren- und doch nicht leicht zu identifizierbaren Arbeitsweisen, denen sie im Kleinen Raum für aktuelles Nichts in Formaten wie Ausstellungen, Performances und Lesungen Raum geben.

 

In 2016, Michael Disqué began his work Archiv für aktuelles Nichts (Archive for Contemporary Nothing). The project arose out of an interest in dealing with nothing – which for him expresses itself in an aesthetic of the trivial, the worthless, the bequeathed.
It is a comprehensive, permanently growing collection of photographs, sculptural objects, and collages. In the meantime, an extensive archive has been created that expresses his search for the incomprehensible, the hidden, and at the same time raises questions of appropriation and revaluation, as they automatically arise when found objects are relocated into an art space.
In order to discuss these questions and short-circuit them with other positions, the Kleine Raum für aktuelles Nichts (Tiny Space for Contemporary Nothing) was created in 2017, an 8 square metre space in Berlin-Kreuzberg.
Anna-Lena Wenzel has been part of it since the end of 2019. She is an artist and author and focuses in her work on the unspectacular that surrounds us every day: be it in her collection of street finds, in her city magazine 99% Urban or in her radio salon for the everyday. What they have in common is an interest in fine-precise, noiseless things, in approachable and yet not easily identifiable ways of working, to which they give space in formats such as exhibitions, performances, and readings at the Kleine Raum für aktuelles Nichts.

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